Das Jahr 2016 ist hier und bald beginnt das neue Semester. Auch wir verabschieden uns, wie unsere Kommilitonen hier, hier, hier und hier, vom Bloggen und beginnen nun langsam aber sicher (höchste Eisenbahn!) mit dem Lernen und anschliessend mit dem Schreiben der Bachelorarbeit. Zum Abschluss wollen wir noch kurz auf die zukünftigen digitalen Trends des Jahres 2016 mit einem spannenden Video von Goldman Sachs hinweisen.
Die digitale Transformation lässt sich also nicht aufhalten und wird ein wichtigen Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens werden. So werden sich auch die Berufe ändern, wie die NZZ letzten Sonntag in einem spannenden Bericht festhielt: Der kaufmännische Beruf wird bald abgelöst von Robotern und Computer. Umso besser, sind wir nun mit einem weiterbildenden Studium inklusive vertieften Kenntnissen im digitalen Marketing hervorragend für die Zukunft gewappnet.
Im letzten Artikel
erklärt mein Kollege, was man unter «Big Data» versteht. Nun gehen wir einen
Schritt weiter und versuchen zu verstehen, welcher Nutzen diese Big Data den
Unternehmen überhaupt bringt. Wir haben bereits im Artikel «How social media makes money» gesehen, dass Google und Facbook Daten sammeln, um ihren Umsatz zu steigern. Jetzt stellen wir uns aber die Frage, welchen Zweck
die Unternehmen mit der Sammlung von Kundendaten wirklich verfolgen?
Die Antwort ist sehr einfach: Um die Bedürfnisse der
Kunden besser verstehen und prognostizieren zu können. Die Datensammlung wird
ermöglicht durch ein technologisch ausgeklügeltes System, welches konstant Informationen
über die Nutzer der Webseiten sammelt. Die Informationstechnologien, die hinter
diesem System stecken werden unter dem Begriff «Customer Relationship Management (CRM)»zusammengefasst. In seinem Buch befasst sich unser Dozent Bruno Bucher
ausführlich mit diesem Thema. Er erklärt zuerst, was man darunter versteht und
welchen Zweck man damit anstrebt. Hier findet ihr nun eine kleine
Zusammenfassung:
Unter CRM versteht man ein System, welche Informationen
des Kunden sammelt und zusammenführt. Diese Datensammlung wird anschliessend analysiert
und die Kundenbedürfnisse werden herauskristallisiert. CRM ist ein wichtiges
Tool, um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Dazu wird das CRM in drei Teilen unterteilt:
Das analytische CRM, welches aus Kundendaten
Kundenwissen generieren soll.
Das operative CRM, welches sich auf die Ergebnisse der
analytischen CRM stützt. Dieses zeigt auf, welche Eigenschaften das Unternehmen
beim neusten Produkt XY berücksichtigen sollte.
Das kooperative CRM, welches sich mit der Steuerung
und Koordination der Vertriebskanäle auseinandersetzt. Das Ziel ist die
Zusammenarbeit mit den Vertriebspartnern zu verbessern.
Klingt kompliziert? Dann schaut euch den folgenden Film
an, der den Sinn und Zweck für eine Unternehmung einfach und verständlich illustriert.
Heute, wo Digital Marketing eine immer wichtigere
Rolle spielt, ist CRM nicht nur für Google und Facebook sondern für jede
Unternehmung unerlässlich. Durch die richtige Anwendung von CRM können Unternehmen
ihre Kunden besser kennen lernen und ihre Bedürfnisse schneller einschätzen und
sind so gewappnet für eine profitable Zukunft.
Zurück zum Stichwort «Back to the Future»: 1949 prophezeite George Orwell in seinem Buch 1984
eine Zukunft mit einem totalitären Überwachungsstaat, deren Gedankenpolizei die
Bewohner ständiger Videoüberwachung durch sogenannte Telescreens aussetzt.
Klingt irgendwie verdächtig ähnlich wie heutzutage die Datensammelsucht von Google (und Google Glass,die es leider oder zum Glück (?)noch nicht in die
Verkaufsregalegeschafft haben). Offiziell lautet das Ziel von Google, die Informationen der Welt zu organisieren
und für alle zu jeder Zeit zugänglich und nutzbar zu machen. Innoffiziell wurde das Motto "Don't be evil" als Leitidee bekannt.Viele Datenschützer führen aber aus, dass die stets zunehmende Sammlung von Nutzerdaten über sämtliche Dienste
hinweg zeigt, dass Google dieses Motto aber nicht wirklich beachtet.
Unter dem Schlagwort «Big Data» wird diese je nach Ansicht böse oder weltverbessernde Tätigkeit von Google allgemein
zusammengefasst, die aus Datenströmen Informationen und Wissen über die User sammelt. Wie unser Dozent Bruno Bucher in seinem Buch Digital Marketing schreibt, wird als Big Data die Datenanalyse auf der Basis von Datenvolumen der
Grössenordnung ab Terabytes, Petybytes usw. aus unterschiedlichen Datenquellen
bezeichnet, mit dem Zweck der Erkenntnisgewinnung und neuer Wertschöpfungen
ausserhalb des eigentlichen Motivs für die ursprünglichen Datensammlungen. Visualisert sehen die erwähnten Mengen an Daten etwa so aus:
Die
Beherrschung dieses generierten enormen Ozeans an Informationen verspricht laut Bucher neue Märkte
und neue Konsumentenheere, deren Bedürfnisse und Befindlichkeiten man besser
denn je zu verstehen versucht. Und vor allem Profit, wie Scott Adams wie folgt pointiert festhält:
Wie meine Kollegin hier oder hier erläutert, ist die Sammlung der Daten von Usern bereits heute für Unternehmen wie beispielweise Google und Facebook sehr profitabel. Die Beherrschung der enormen Mengen an Daten ist aber noch nicht allen Unternehmen gelungen. Es ist für diese immer noch schwierigabzuschätzen, wie viele Konsumenten wollen, dass sie durch ein vom
Hersteller oder Händler bezahltes Computerprogramm beim Einkauf geführt werden, und wie hoch der Anteil derer ist, die dies als Angriff auf ihre Privatsphäre ansehen. Diese Unsicherheit ärgert beide Seiten: Die Anbieter möchten gerne mehr über Ihre Kunden wissen und die Konsumenten haben das Gefühl, die Produzenten wissen bereits viel zu viel über sie. Vom gläsernen Kunden sind wir zum Glück mit der aktuellen Datenanalysetechnik noch etwas entfernt. Gegenwärtig wird nur 0.5 % der im Film veranschaulichten Datenmmenge anlysiert. Ob wir je die zu Beginn erwähnten Zustände der totalen Überwachung à la Orwells 1984 erreichen, wird sich zeigen. Der Mathematiker und Informatiker Johannes Buchmann erklärt in einem Interview, dass noch kein Grund zur Panik besteht. Momentan hat jeder Einzene von uns selber die Hoheit darüber, was er von sich beispielsweise auf Facebook zeigt und was er von sich verbirgt. Wenn das datenbasierte Marketing aber so gut wird, dass unser wirtschaftliches Wohergehen in Gefahr gerät, weil wir teure Sachen kaufen, die wir nicht brauchen, muss laut Buchmann der Gesetzgeber einschreiten und die Privatsphäre des Einzelnen schützen.
Wer das mit der Privatsphäre im Zusammenhang Big Data nicht so eng sieht, kann seine Daten auch freiwillig den Marketingfachleuten direkt und ohne Umweg über Facebook zur Verfügung stellen. Und vielleicht ein wenig Geld damit verdienen. Wie? Hier nachlesen. Weitere Kommilitonen, die sich enenfalls mit dem Thema «Big Data» befassen: