Das Jahr 2016 ist hier und bald beginnt das neue Semester. Auch wir verabschieden uns, wie unsere Kommilitonen hier, hier, hier und hier, vom Bloggen und beginnen nun langsam aber sicher (höchste Eisenbahn!) mit dem Lernen und anschliessend mit dem Schreiben der Bachelorarbeit. Zum Abschluss wollen wir noch kurz auf die zukünftigen digitalen Trends des Jahres 2016 mit einem spannenden Video von Goldman Sachs hinweisen.
Die digitale Transformation lässt sich also nicht aufhalten und wird ein wichtigen Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens werden. So werden sich auch die Berufe ändern, wie die NZZ letzten Sonntag in einem spannenden Bericht festhielt: Der kaufmännische Beruf wird bald abgelöst von Robotern und Computer. Umso besser, sind wir nun mit einem weiterbildenden Studium inklusive vertieften Kenntnissen im digitalen Marketing hervorragend für die Zukunft gewappnet.
Letzte Woche wurde hier und dort über die Online-Shopping-Plattform von siroop.ch diskutiert, die 2016 definitiv lanciert wird. Rund50 Jahre früher, 1967, hat der Film1999 AD eine solche Shopping-Plattform bereits erstaunlich präzise vorhergesehen.
Eine Frau bestellt und betrachtet an einem Computer Kleidungsstücke, anschliessend bezahlt (wie nun mal in den 60ern üblich) der Manndiese ebenfalls online über den "Central Bank Computer".
Weiter wird im Video ein erster Stylus mit zugehörigem Touchscreen präsentiert, wie ihnApple heutzutage als neuste Innovation namensApple Pencil erneut vermarktet. (Übrigens wurde das iPad ebenfalls bereits 1968 prophezeit und zwar von Stanley Kubrick im Film "2001: A Space Odyssey".)
Man benötigt 2015dank dem Smartphone zwar keine derart riesigen Computer mit drei Bildschirmen mehr, um sich eine Jacke online zu kaufen. Trotzdem ist es bemerkenswert, wie nahe der Film die heutige Realität voraussagt.
siroop.ch ist eine neue, noch unbekannte
Online-Handel-Plattform aus dem Zusammenschluss zweier sehr geläufigen Schweizer Unternehmen, Swisscom
und Coop. Dieses neue Shopping-Portal soll sich gegen den internationalen Versandhausriesen
Amazon behaupten und tritt in Konkurrenz mit dem Schweizer Portal Galaxus.ch
von Migros und Digitec. Ähnlich wie bei Amazon können auf siroop.ch Produkte
von verschiedenen Händlern angeboten werden, also nicht nur Coop-Produkte.
Unter der Adresse siroop.ch wurde nun
eine Beta-Version des Shops lanciert. Auf den ersten Klick fällt dem User auf,
dass hier der zur Verfügung stehende Platz im Browserfenster momentan sehr,
sehr grosszügig genutzt wird. Vielleicht etwas zu sehr, man scrollt und scrollt
sich durch im Verhältnis winzige Produktfotos auf riesigen grauen und weissen
Farbflächen. Nach der unendlich erscheinenden Suche klickt man schliesslich auf
das gewünschte Produkt. Und landet auf einer Seite, die ebenfalls eine
gigantische Typografie der Produkttitel sowie –beschreibungen mit viel leerem
Zwischenraum ausweist. Was übrigens unsere Kommilitonen, die Marketing-Avengers, gleichermassen bemängelten inkl.der im Vergleich zuhohen Preise.
Kurz, das Layout des Online-Portal hinterlässt in der Beta-Version noch den
Eindruck, als wäre es auf den Handy- oder iPad Mini-User ausgerichtet, für
diedie Riesenschrift und grosszügige Platzierung auf den kleineren Bildschirm wohl mehr Sinn ergibt.
Oder vielleicht will man die attraktive Zielgruppe der älteren Generationen mit
Sehschwierigkeiten
nicht ausschliessen. Im Vergleich zum direkten Konkurrent Galaxus ist auch die
Menüführung noch verbesserungswürdig. Galaxus, deren Layout auf dem jahrelang erprobten und konstant weiterentwickelten Format von Digitec aufbaut, ist um einiges
übersichtlicher und intuitiver zu handhaben.
Die Usability lässt sich also noch
verbessern, aber aus diesem Grund werden ja Beta-Versionen erstellt. Der
Feedback-Button ist auf siroop.ch prominent unten rechts platziert.
Damit kann man weitere Faktoren melden, welche im eCommerce als
überlebenswichtig
oder als empfehlenswert
angesehen werden und siroop.ch momentan noch etwas vernachlässigt: Das Fehlen einer
Anmeldefunktion, keine Möglichkeit User-Generated Content zu produzieren (wie
z. B. Produktbewertungen, -empfehlungen) und die Abwesenheit der
Sprachauswahl (z. B. Französisch für die Weschschweiz oder Englisch für die Expats).
Positiv lässt sich hervorheben, dass der Einkaufprozess auf siroop bereits in der Entwicklungsphase sehr einfach zu handhaben ist. In wenigen Klicks hat man sich durch das Anmeldungs- und Zahlungsprozedere durchgeklickt. Auch eine
erfreuliche Eigenschaft ist die Option, den Einkauf direkt bei einer
Pick-up-Sation abzuholen, wie z. B. in einem Coop Pronto Shop. In der
momentanen Pilotphase ist dies nur in der Region Bern vorgesehen,
weitere Stationen sollen nach dem Abschluss der Entwicklungsphase hinzukommen.
Ob es Coop und Swisscom gelingen wird, langfristig Siroop gemeinsam mit nationalen, regionalen
und lokalen Drittanbietern als den «beliebtesten Onlinemarktplatz der Schweiz» zu positionieren, wird sich zeigen. Bis dahin haben die Webentwickler und Grafiker noch einiges zu tun. Mit dem aktuellen Auftritt wird siroop.ch eher als ungeniessbaren, zähflüssigen Sirup aus der Flasche anstatt des köstlichen Süssgetränkes im Glas wahrgenommen.
(Via und via) UPDATE(30.11.2015) Weitere IMA1-Kommilitonen haben sich zum Auftritt von siroop.ch ebenfalls geäussert! Die Beiträge sind wiefolgt zu finden:
Blogschrift bietet Informationen zum Kooperationsprojekthier
Pubblidig kritisiert unter anderem die mangelhafte Suchfunktion hier
Das Digitale Abenteuer stört sichan den vielen nötigen Klicks bei der Produktauswahl hier